Schiffsbeteiligungen können weiterhin attraktiv sein
Des einen Freud, des Anderen Leid: Die Abgeltungssteuer in Deutschland wie auch
die Aussichten des Welthandels dürften für die Attraktivität von Schiffsfonds
weiterhin förderlich sein. Insbesondere Containerschiffe dürften von der räumlichen
Diskrepanz der Fundorte von Rohstoffen, deren Weiterverarbeitungsorten und deren
Vertriebsorten profitieren.
Für das Jahr 2007 melden die Initiatoren von Schiffsbeteiligungen einen Rekord
beim Erwerb von Anlegerkapital und auch für das Folgejahr stehen die Chancen gut,
hier anknüpfen zu können. Allen Unkenrufen zum Trotz: Mehr als verdoppelt hat sich
die Höhe der Investitionen von privaten Anlegern seit 1999 - mit der Einführung der
Tonnagesteuer. Zu einer anhaltenden Euphorie ist dennoch kein Grund: Die Weisheit,
dass das Leben die zu spät Kommenden bestrafe, kann sich auch hier bewahrheiten:
Gute Einstiegsmöglichkeiten in den Markt der Massengutschiffe sind derzeit schwer
zu finden. Denn: Angeheitzt durch den Boom der Vergangenheit scheinen doch einige
Reedereien etwas über ihren Bedarf geplant zu haben. Die Anzeichen einer möglichen
Überhitzung sind durchaus erkennbar.
Der positiven Entwicklung der Charterraten steht die Entwicklung der laufenden
Kosten wie Personal oder Treibstoff gegenüber, die das das Ergebnis zusehends
belasten. Auch wenn es an dem Interesse der Privatanleger derzeit wenig zu mangeln
scheint - bei einigen Anlegern scheint ein Schiff im Portfolio inzwischen schon in
Mode geraten zu sein - so sind es zusehends die Banken, die die Kredite für den
Kauf oder den Bau eines Seeschiffs verweigern. Hierunter zählt auch die weltweit
größte Bank zur Schiffsfinanzierung, die HSH Nordbank. In diesem Verhalten spiegeln
sich einmal mehr die Auswirkungen der internationalen Immobilien- und Finanzkrise
wider, die den Banken zusehends die Möglichkeit einer Refinanzierung nimmt.
Die gute Auslastung der nationalen wie internationalen Werften kommt dabei auch
den Fonds zu Gute, denn: Die Zeitfenster, in denen ein Schiff gebaut werden kann,
werden kleiner. Kann ein Reeder ein Schiff nicht binnen der vorgeschriebenen Frist
an einem Bauplatz bauen, kommt ein anderer Reeder zum Zug. Fonds können so eine
preiswerte und somit attraktiver werdende Alternative zu den teuren Bankkrediten
werden. Denn: Die Auftragsbücher der Reedereien sind indes so voll wie selten zuvor.
Allein die deutschen Reedern orderten bis Ende des Jahres 2007 in den Werften dieser
Welt rund 1.700 Schiffe - darunter 65 Containerschiffe mit einer Kapazität von
über 10.000 Boxen. Ein kleiner Wehmutstropfen bleibt: Der Anteil der Schiffe,
die in Deutschland hergestellt wurden, lag 2007 unter zehn Prozent. Den Löwenanteil
mit mehr als einem Drittel bauen die Werften Südkoreas, gefolgt von chinesischen
Schiffbauern mit 30 Prozent.
 
|