Vorzeitige Rückgabe durch den Zweitmarkt
Will sich ein Investor von seinen Anteilen eines Schiffsfonds trennen, muss er
zunächst prüfen, ob dies überhaupt möglich ist. So kann ein Emissionshaus im Vertrag
einen Verkauf zu einem späteren Zeitpunkt an einen institutionellen Investor
untersagen.
Bis vor einigen Jahren waren Schiffsbeteiligungen für Anleger interessant, die
mit einem Schlag ihre Investition steuerlich abschreiben wollten. Diese Möglichkeit
ist seit dem Jahre 1999 nicht mehr gegeben. Als Folge daraus hat sich derzeit ein
recht lebhafter Zweitmarkt entwickelt, da Schiffsbeteiligungen nun für zahlreiche
Anleger deutlich an Attraktivität eingebüßt haben. So sind es auch die
Emissionshäuser selbst, die im Internet eigene Plattformen schaffen, und die
mit den zahlreichen anderen Vermittler um die Gunst der Verkäufer buhlen.
Denn: Schiffsfonds sind aufgrund ihrer hohen Ausschüttungen sehr attraktiv.
Dies treibt seit einiger Zeit die Preise für Second-Hand-Beteiligungen deutlich
nach oben. So sind Aufkäufer, die bis zu 200 Prozent des Nominalkapitals zahlen,
durchaus keine Seltenheit. Hier ist jedoch Vorsicht geboten, denn langfristige
Prognosen, dass dies so bleiben könne und sich derartige Aufpreise für
Second-Hand-Fonds auch in Zukunft lohnen können, sind aufgrund des starken
Euros derzeit schwer möglich. Werden die Einnahmen der Schiffe in Dollar
erwirtschaftet, erwarten die Anleger natürlich eine Auszahlung in Euro.
Auch die laufenden Kosten eines Schiffes schmälern den Gewinn, und gerade hier
scheint ein Ende der Kostenspirale gerade in Anbetracht stetig steigender
Ölpreise noch nicht absehbar zu sein.
Zudem zeigen sich in der Praxis viele Emissionshäuser nach wie vor wenig
kooperativ, wen es darum geht, Schiffsbeteiligungen am Zweitmarkt zu veräußern -
eine Tatsache, die die Anlage bereits beim Kauf an Attraktivität einbüßen lässt
und zudem so manchen potentiellen Verkäufer abschrecken könnte. Auch dürfte es
einige Zeit brauchen, sich in dem wenig durchschaubaren Angebot an
Vermittlern zurechtzufinden und realistische Vorstellungen davon zu bekommen,
was man denn überhaupt für seine Beteiligung erhalten könne.
 
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